Zwischen Weihnachten und Neujahr 1985 riefen mich Freunde an: „Mein Bruder und meine Schwägerin haben einen sensationellen Weihnachtsbaum. Den musst du fotografieren, der wird dir sehr gefallen. Du sollst anrufen und einen Termin ausmachen.“
Mir passte das gar nicht ins Programm. Wir hatten Besuch und besagter Weihnachtsbaum stand eine Stunde Weges entfernt. Doch die Verlockung war einfach zu gross. Und wirklich wurde das Ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis. Mein Mann und ich wurden mit Champagner empfangen, und wir hörten den Gastgebern gerne zu, als sie die Herkunft ihres diesjährigen Baumes erzählten:
Der Ehemann hatte die ausladende Rottannenspitze bei einem Spaziergang im nahe gelegenen Wald entdeckt, als er seinen Hund ausführte. Waldarbeiter übernahmen den Transport zum Hause. Es war schon fast eine Art Aufrichte, als die Eltern und ihre drei Kinder den Baum aufstellten und dann gemeinsam schmückten. Das war nur mit Hilfe einer hohen Leiter möglich, gelang aber mit viel Fantasie und offensichtlicher Freude.
Für mich ist dieser Baum einer der elegantesten und ausdrucksstärksten in meiner Sammlung, einer meiner Lieblingsbäume.